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 Heine-Forum
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 Nachtgedanken 23.08.2004 (17:15) Christina
Hallo, ich habe dringend ein paar Fragen zum o.g. Gedicht bei deren Beantwortung ich mir nicht sicher bin.
1. wer spricht? ich denke es ist Heine sebst der spricht oder?
2. wer ist der gemeinte adressat? das gedicht hat doch keinen adressat, oder? spricht er nicht mit sich selbst?
3. was ist der Gegenstand des Gedichtes? ich glaube es ist seine mutter, aber kann man da von gegenstand sprechen?
4. welche einstellung hat er zu dem gegenstand? wenn es um die mutter geht, dann ist seine einstellung sehnsucht, oder?
5. welcher mittel bedient sich der sprecher? ich habe keine idee, er spricht doch alles direkt aus oder?

bitte schnell um Hilfe, muss das dringend fertig kriegen.
Danke schonmal, Christina
 Re: Nachtgedanken 23.08.2004 (22:07) Gylman
Hallo Christina,
ich versuche mal Deine Fragen zu beantworten:
1.  Heine spricht für sich selbst.
2. Meiner Meinung nach hat das Gedicht keinen Adressat. Er drückt seine "Nachtgedanken" aus.
3. Der Gegenstand des Gedichtes ist seine Verbundenheit zur Mutter, durch die er sich an Deutschland gebunden fühlt. Ich zitiere mal: "Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr, wenn nicht die Mutter dorten wär."
4. Seine Einstellung, die Sehnsucht nach seiner Mutter wird durch den 3. Vers ausgedrückt: "Mein Sehnen und Verlangen wächst, die alte Frau hat mich behext....
5. Das Gedicht ist wörtlich zu nehmen. Er spricht seine Gedanken direkt aus.

Seine Sehnsüchtigen Gedanken verfliegen im letzten Vers, als  "franzosisch heiteres Tageslicht" durch die Fenster bricht. "Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen, und lächelt fort die deutschen Sorgen."
Über dieses Gedicht haben wir schon oft im Forum gesprochen. Unten in der Inhaltsseite findest Du eine Suchfunktion. Wenn Du  Nachtgedanken  eingibst, findest Du einige interessante Beiträge.

Gruß
Gylman
 Re: Nachtgedanken 21.02.2006 (16:49) Lilli
das ist aber nicht alles. Ich würde das alles noch ein bisschen politischer sehen.
 Re: Nachtgedanken 21.02.2006 (18:31) Wolfgang Fricke
Hallo Lilli,
ich greife mal diesen Diskussionsstrang auf, da Gylman hier ja schon recht ausführlich geantwortet hat.

> das ist aber nicht alles. Ich würde das alles noch ein
> bisschen politischer sehen.

Ja, das müsstest Du aber begründen können ;-) Du schreibst im anderen Thread:
> hm... Deutschland in der Nacht könnte durchaus auch für
> einen schlechten Zustand stehen, in dem sich deutshland
> befindet.

"Kann" kann immer, wie es so schön heißt - aber was spricht dafür? Hier sind doch genug autobiografische Elemente vorhanden.


Schlaflose Nächte kann es nun einmal geben, wenn man an etwas in der Nacht denkt und hier scheinen die Gedanken sofort zur Mutter zu gehen, wenn Heine an Deutschland erinnert wird:
Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.


Wir wissen, dass Heine seine Mutter liebte, dass er sie seit Ewigkeiten (12 Jahre) nicht gesehen hatte.

Keine Sorge um Deutschland, denn
Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land,
Mit seinen Eichen, seinen Linden
Werd ich es immer wiederfinden


Was man politisch ansehen könnte:
Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;

- nach dem Motto "so, so! Deutschland ist Dir also egal". aber gleich danach berichtet Heine ja,
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann sterben.

womit wir wieder bei Muttern wären, denn das Vaterland Deutschland ist nicht in Gefahr, das kann man immer noch besuchen - vielleicht auch, wenn sich die Zeiten dort geändert haben ...

Bis zum Schluss bleibt es autobiografisch, indem Heine seine Mathilde ins Zimmer treten lässt:
Gottlob! Durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,
Und lächelt fort die deutschen Sorgen.


Das einzige, das man den Vaterland ankreiden kann, ist, dass es ja einen Grund gibt, der verhinderte, dass Heine seine Mutter besuchen konnte, wobei er es ja 1843 dann doch endlich schaffte, durch Preussen (!) nach Hamburg zu reisen. Erst im folgenden Jahr konnte er die Reise auf dem Landweg nicht mehr wagen.

So sehr ich Heine auch politisch schätze, ich sehe hier keinerlei politischen Bezug.

Nebenbei: bitte nicht in zwei Threads gleichzeitig zum gleichen Inhalt diskutieren, sonst wird das mit der Suche zukünftig noch unübersichtlicher ;-)

Gruß
Wolfgang

Heinrich Heine - Leben, Leiden, Werk und Hintergrund

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