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Der Heine macht es mir nicht leicht. Meine Frage beziehen sich auf Heinrich Heine insbesondere die beiden Werke die Stadt Lucca und die Bäder von Lucca


Ich stöbere nun seit geraumer Zeit im INternet....Doch einfach nichts zu finden.
Kann mir jemand erklären, weshalb man sozusagen über alles etwas findet nur nicht über die beiden Bücher die Stadt Lucca und die Bäder von Lucca?


Auch frage ich mich, was bringt ihn dazu, über 20 Seiten eines Buches sich dem Plattenstreit zu widmen?

- Kann man sagen, dass sein vertrauen in die Menschheit sehr gering war. Er hatte mehr Vertrauen in die Natur und Tierwelt

- Ich frage mich nur bei den beiden Bücher "Stadt Lucca" und die "Bäder von Lucca", wie man eine Zusammenfassung schreiben kann. Denn eigentlich redet und redet er, jedoch ist keine Handlung zu erkennen. Wie kann man den Climax bestimmen, wenn keine Handlung verläuft?

- Kann mir jemand Motive und Leitbilder nennen, die immer wieder in den Werken Heines vorkommen?

- Wie würdet ihr sein Schreibstil bezeichnen? Scheint ziemlich viele ironische Elemente zu verwenden

Langsam beginne ich ernsthaft zu zweifeln, ob man Heine überhaupt charakterisieren kann....fällt mir echt schwer.
Ich bin der Ansicht, dass seine Wiedersprüchlichkeit gar keine genaue Beschreibung seiner Person zu lassen.
Wie würdet denn ihr Heine Charakterisieren?

Stadt Lucca
-Welche Bedeutung kommt eigentlich den beiden Damen Francesca und Mathildezu? Kommen sie über keine Statistenrolle hinaus?
Über sie scheint man ja so gut wie nichts zu erfahren. Vor allem über Francesca, Mathilde gibt ja auch ihre Kommentare ab.
- Und in welcher Konstellation stehen sie zu Heine?
- Warum hat er überhaupt die beiden Figuren miteingebaut? Eigentlich könnte er darauf so gut wie verzichten....
- Hat man überhaupt genügend Informationen über die beiden Damen, damit man sich charakterisieren könnte?

Zu Beginn des Buches steht ja seine Begegnung mit den Eidechsen.
-  Warum schwärmt er derart von den Eidechsen und erachtet sie als etwas höheres als die Menschen? Er scheint ja auch mehr vertrauen in die War er der Ansicht, dass man mehr Beachtung der Beobachtung der Natur schenken sollte?
- Ich bin der Ansicht, dass man Heine in vielen Bereiche mit den Aufklärern vergleichen kann. Ist das so richtig?

Ich musste es am eigenen Leibe erfahren, dass Heines Text für heutige Verhältnisse ziemlich schwer verständlich ist.
- Doch waran liegt das? Sicherlich weil es uns schwer fällt in die Zeit von damals zu fühlen, aber auch das Satzverständnis ist sehr anspruchsvoll, weshalb? Für mich war es wirklich ein "krampf" und nicht selten musste ich Textpassage mehrere male durchlesen

Er spricht das Militär/Armee im Buch mehrmals an und wie unwohl er sich bei dessen auftauchen fühlt.
- Ist er gegen die Armee?
- Weshalb ist er ihr gegenüber so negatiuv eingestellt?

Immer wieder erwähnt er den Begriff "Pfaffe".  Was ist damit gemeint?

Er schaute immer wieder in den Himmel und auch sonst spricht er an, was über den Himmel gepredigt wird.
- Will er damit ansprechen, dass man nun auf der Erde lebt und sein Glück hier finden soll und sich nicht schon auf den Himmel vorbereiten soll und sein handeln auf Erde schon auf sein Leben im Himmel ausrichten?

- Wer hat Heine besonders geprägt und ihn zu dieser Haltung verholfen? War es sein Vater, seine Mutter?

Über heinrich Heine erfährt man nur was er nicht mag. Was er wirklich mag kann man ja vielleicht von dem er nicht mag ableiten...was nicht einfach ist.
Nehmen wir mal die Religion. Wiesieht da seine haltung aus? Hab nicht gutes dazu gefunden. Er ist ja gegen die Staatsreligion und wohl damit gegen ihre grosse Macht. Aber soviel ich mitbekommen habe ist er ja auch "etwas" religiös und glaubt an Gott.
Wie sieht das nun tatsächlich aus?

Was für Motive verwendet Heine immer wieder?


Besonders Mühe bereitet mir die Frage zur Epoche. Eigentlich gehört er noch zur Epoche der Romantik. Doch was seine Einstellung betrifft, entspricht doch derjenigen des jungen Deutschlands?

Was kann einen Menschen überhaupt dazu bringen, dass ganze Leben lang über die anderen zu "Fluchen"?
 Re: Die Bäder von Lucca Stadt Lucca 28.10.2008 (09:19) Biene

Ich kann dir nicht alle Fragen beantworten, nur einige generelle Hinweise geben (ich versuche es zumindest).

Zu den Bädern von Lucca kann ich dir nicht direkt etwas sagen, eher allgemein zu einigen deiner Fragen. Generell gilt Heine sozusagen als der letzte Romantiker, aber gleichzeitig als ihr Überwinder. Er klagt bei den Romantikern an, dass sie Kunst und Politik trennen, was seiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß war, er spricht in dem Zusammenhang auch vom Ende der Kunstperiode, er bewundert Goethe, kritisiert ihn aber auch stark in seiner romantischen Haltung. Heine ist meiner Auffassung nach der Epoche des Vormärz (als Gegenpol zum Biedermeier) zuzuordnen, in die auch die Zeit des Jungen Deutschland fällt- ein Kreis, zu dem er sich selbst aber nie gezählt hat. Geprägt hat zumindest den frühen Heine, also den Lyriker, die Romantik, ab den Reisebildern wendet er sich davon aber ab, obwohl er im Herzen stets ein Dichter bleibt - er sieht es aufgrund der Restauartionszeit und politischen Unterdrückung nur nicht mehr als die zeitgemäße Form an und wendet sich eher der Prosa zu um das "Sprechamt" zu verwalten. Er ist also stark durch die politischen Verhältnisse, gegen die er sich wehrt, geprägt und auch sicherlich durch seine Religion - als Jude stieß er auf Ablehnung und konvertierte. Er war aber insgesamt schon ein gläubiger Mensch denke ich, trotz seiner Kritik an Religion und Kirche, aber darüber weiß ich nicht so viel.
Sein Schreibstil ist insgesamt satirisch, auch, um der Zensur etwas zu entgehen, er selbst spricht von Ideenschmuggel, er schreibe in einer Sklavensprache. Heine ist besser zu verstehen, wenn man ihn vor dem Hintergrund seiner Zeit und seiner Biografie betrachtet, zumindest ging es mir so.
Ich hoffe, dir hilft es etwas weiter.

Dies ist ein Beitrag aus dem Forum "Heinrich-Heine-Forum". Die Überschrift des Forums ist "Heine-Forum".
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