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 Traurigkeit 13.04.2002 (16:15) Christian Lermer
nur eine kurze, einfache Frage aufgrund einer Diskussion im privaten Breich: war Heinrich Heine ein trauriger Mensch? Läßt sich diese Frage so einfach beantworten?
 Re: Traurigkeit 13.04.2002 (16:44) Dietmar
Hallo Christian,

auf eine kurze Frage eine kurze Antwort. Ich denke: ja, er war im Grunde seines Herzens traurig. Irgendwie schien er sein ganzes Leben nicht über seine erste große enttäuschte Liebe, seine Cousine, hinwegzukommen. Zweitens liebte er seine Heimat Deutschland, und war dort doch verpönt und verbannt, und deshalb gezwungen abseits (auch von seiner alles geliebten Mutter) seine letzten Lebensjahre zu verbringen.

Natürlich zieht sich diese Grundstimmung nicht durch alle seine Werke. Er hat mit Sicherheit auch viel Spaß in seinem Leben gehabt. Aber selbst in bitterem Spott und starker Ironie scheint mir manchmal doch die Traurigkeit hervorzublinzeln.

Private Antwort auf Private Frage.
Gruß
Dietmar


> nur eine kurze, einfache Frage aufgrund einer Diskussion
> im privaten Breich: war Heinrich Heine ein trauriger
> Mensch? Läßt sich diese Frage so einfach beantworten?
Hallo Christian und Dietmar,
Dietmars Antwort kann man auch in Versform wiedergeben:

Mein Herz, mein Herz ist traurig,
Doch lustig leuchtet der Mai;
Ich stehe, gelehnt an der Linde,
Hoch auf der alten Bastei.

Da drunten fließt der blaue
Stadtgraben in stiller Ruh';
Ein Knabe fährt im Kahne,
Und angelt und pfeift dazu.

Jenseits erheben sich freundlich,
In winziger, bunter Gestalt,
Lusthäuser, und Gärten, und Menschen,
Und Ochsen, und Wiesen, und Wald.

Die Mägde bleichen Wäsche,
Und springen im Gras herum;
Das Mühlrad stäubt Diamanten,
Ich höre sein fernes Gesumm'.

Am alten grauen Turme
Ein Schilderhäuschen steht;
Ein rotgeröckter Bursche
Dort auf und nieder geht.

Er spielt mit seiner Flinte,
Die funkelt im Sonnenrot,
Er präsentiert und schultert -
Ich wollt, er schösse mich tot.

Heinrich Heine, Buch der Lieder (Die Heimkehr, Nr. 3)

Gruß
Wolfgang

Heinrich Heine - Leben, Leiden, Werk und Hintergrund

 Re: Traurigkeit 14.04.2002 (14:00) Eva
Eigentlich ist deine Frage ja schon beantwortet, den Meinungen kann ich mich nur anschließen.
Dennoch möchte ich dir folgende Zeilen, die ich persönlich sehr, sehr gerne mag und die auf dem ersten "Blick" den beschwingt leichten Rhythmus, den man öfters in lyrischen Werken Heines antreffen kann, inne haben, nicht vorenthalten:

"Das Glück ist eine leichte Dirne,
Und weilt nicht gern am selben Ort;
Sie streicht das Haar dir von der Stirne
Und küßt dich rasch und flattert fort.

Frau Unglück hat im Gegenteile
Dich liebefest ans Herz gedrückt;
Sie sagt, sie habe keine Eile,
Setzt sich zu dir ans Bett und strickt."


> nur eine kurze, einfache Frage aufgrund einer Diskussion
> im privaten Breich: war Heinrich Heine ein trauriger
> Mensch? Läßt sich diese Frage so einfach beantworten?

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