plaudern.de

Forumsharing?
Forum suchen
Forum erstellen
Impressum/Kontakt
Datenschutz
AGB
Hilfe

26 User im System
Rekord: 464
(08.04.2021, 06:23 Uhr)

 
 
 Heine-Forum
  Suche:

Hallo,

hatte folgende Interpretation für meinen GFS-Flyer (Klasse 12) getippt:
Heinrich Heines Gedicht "Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen" ist aus acht Strophen mit jeweils vier Versen aufgebaut. Jede Strophe ist gedichtet aus einem Paarreim (aa bb) und hat den Jambus (u /) als Versmaß.
Der Name "Krähwinkel" ist von Heine frei erfunden und stellt ein unbekanntes Dorf - den Handlungsort - dar.
Die Sprecher/Erzähler sind stets die herrschende Schicht: Bürgermeister und Senat: "Wir, Bürgermeister und Senat" (Z. 1). Angesprochen wird die Bevölkerung.
Das Gedicht handelt von einem neu erlassenen Gesetz (Mandat im Gedicht genannt), welches die Bürger in ihren Rechten stark einschränkt um Rebellionen keine Erfolgschancen zu geben. Atheisten und Ausländer sowie Fremde werden im Voraus verurteilt, Angehörige der Rebellion zu sein: "Wer sich von seinem Gotte reißt, Wird endlich auch abtrünnig werden Von seinen irdischen Behörden." (Z. 10-12).
Die Bürger werden in ihrer Versammlungsfreiheit/Ausgangsfreiheit stark einschränkt: "Es schließe jeder seine Bude, Sobald es dunkelt, Christ und Jude" (Z. 15 + 16).
Interessanterweise werden Juden hier nicht vorab verdächtigt, sondern mit den Christen gleichgestellt: "Sobald es dunkelt, Christ und Jude" (Z.16). Gruppen auf den Straßen ("wo ihrer drei beisammen stehen" Z. 17) müssen sich auflösen: "Da soll man auseinander gehen" (Z. 18).
Vorhandene Waffen sowie Munition müssen im "Gildenhaus"/Zunfthaus abgegeben werden.
Kritik ("Wer auf der Straße räsoniert" Z. 25) jeglicher Art an der neuen Ordnung ist verboten und wird durch Exekution bestraft ("füsiliert").
Heines Gedicht ist einfach aufgebaut und viele Sätze werden beschönigt (Euphemismus): Z.B. in Zeile 26 wird das Wort "füsiliert" anstatt "hingerichtet" benutzt. Eine Besonderheit stellt die letzte Strophe dar: Der Leser wird direkt und klar ohne Beschönigung angesprochen.
Heine möchte mit diesem Gedicht an die damalige politische Situation erinnern, wobei er sich auf die Versuche der Regierung konzentriert, jede mögliche Rebellion zu verhindern.

Ich hoffe, es hilft irgendjemand.

mfg,
Patrick

Dies ist ein Beitrag aus dem Forum "Heinrich-Heine-Forum". Die Überschrift des Forums ist "Heine-Forum".
Komplette Diskussion aufklappen | Inhaltsverzeichnis Forum Heinrich-Heine-Forum | Forenübersicht | plaudern.de-Homepage

Kostenloses Forumhosting von plaudern.de. Dieses Forum im eigenen Design entführen. Impressum



Papier sparen durch druckoptimierte Webseiten. Wie es geht erfahren Sie unter www.baummord.de.