plaudern.de

Forumsharing?
Forum suchen
Forum erstellen
Impressum/Kontakt
Datenschutz
AGB
Hilfe

18 User im System
Rekord: 181
(08.03.2018, 04:00 Uhr)

 
 
 Heine-Forum
  Suche:

 Junges Deutschland 25.12.2003 (17:49) martina
Hallo!

Ich hoff, dass ihr mir helfen könnt.
"Die Lyrik des Jungen Deutschland am Beispiels Heinrich Heines" ist mein Thema und leider weis ich nicht welches Gedicht ich nehmen soll.
"Deutschland - ein Wintermärchen" ist zwar der Höhepunkt seines Schaffens und würd auch in die Bewegung des Jungen Deutschlands reinpassen, jedoch vielleicht ein bisschen zu Umfangreich für ein gute Interpretation bei max. 15min Zeit incl. einer Bio über Heine.

Vielen Dank für euere Bemühungen!
Grüße, martina
 Re: Junges Deutschland 25.12.2003 (21:36) Gylman
Hallo,
ich weise auf das Gedicht "das Kind" hin. Wir haben am 21.10.03 in diesem Forum darüber diskutiert.
Gruß
Gylman
 Re: Junges Deutschland 26.12.2003 (12:32) Unbekannt
> Hallo,
> ich weise auf das Gedicht "das Kind" hin. Wir haben am
> 21.10.03 in diesem Forum darüber diskutiert.
> Gruß
> Gylman


Vielen Dank! Werd ich mir gleich durchlesen.
Grüße, martina
 Re: Junges Deutschland 31.12.2003 (16:48) Unbekannt
> > Hallo,
> > ich weise auf das Gedicht "das Kind" hin. Wir haben am
> > 21.10.03 in diesem Forum darüber diskutiert.
> > Gruß
> > Gylman
>
>
> Vielen Dank! Werd ich mir gleich durchlesen.
> Grüße, martina



Hallo!

Hätte noch eine klitzekleine Frage: "Die schlesischen Weiber" zählt dieses Gedicht auch als ein typische "Junges Deutschland"- Gedicht?
Find nämlich zu "Das Kind" keine gute Vertonung und Interpretation und bei den "Die schlesischen Weibern" hab ich eine Menge Infos gefunden in der Bücherei, Intenet, etc.

Vielen Dank!
Wünsch ein gutes Neues Jahr!
martina
 Re: Junges Deutschland 01.01.2004 (10:54) gylman
Hallo,
Als "junges Deutschland" bezeichnet man die literarische Periode von 1830 bis 1840. Die "schlesischen Weber" beziehen sich auf den Weberaufstand 1844. Dieses Gedicht gehört aber zur Vormärzperiode.
Gruß
Gylman
 Re: Junges Deutschland 01.01.2004 (20:30) Unbekannt
> Hallo,
> Als "junges Deutschland" bezeichnet man die literarische
> Periode von 1830 bis 1840. Die "schlesischen Weber"
> beziehen sich auf den Weberaufstand 1844. Dieses Gedicht
> gehört aber zur Vormärzperiode.
> Gruß
> Gylman


Hallo,

vermutlich nerv ich schon :)
Aber da lässt mir eins noch keine Ruhe und immerhin soll mein Referat auch perfekt sein, auch wenns nur gk ist.

Ich versteh nicht, wieso die Gedichte ab 1840 besser zur "Ideologie" des Jungen Deutschland passen, dessen Bewegung wie du erwähnt hast sich von 1830 bis 1840 erstreckt, als diejenigen bis 1830.
Meinem logischen Verständis zu Folge, müssten doch die Gedichte vor oder während (übrigens während des Jungen Deutschland find ich nicht wirklich ein Gedicht, dass Heine in dieser Zeit verfasst hat) des Jungen Deutschland inhaltlich eher passen, als diejenigen, die zeitl. nach dieser Bewegung entstandenn sind.

Hab mir das Reclamheft mit den Interpretationen von Heines Gedichten durchgelesen und bin auf das Ergebnis gestoßen, dass entweder der Inhalt oder das Entstehungsjahr nicht wirklich zum Jungen Deutschland passen.

Das vervollkommt die Verwirrung :)

Denn "Nachgedanken" und "Doktrin" sind zeitl. mehr Vormärz als Junges Deutschland.
Dafür sind "Das ist der alte Märchenwald", "Die Grenadiere" und "Lorelei" zeitl. vor dem Jungen Deutschland entstanden sind und eben nichts während dieser Epoche.

Grüße, martina
 Re: Junges Deutschland 02.01.2004 (15:53) Gylman
Hallo Martina,
1844 wurden die "neuen Gedichte" das erste Mal veröffentlicht. In diesem Werk befinden sich Gedichte, die Heine zwischen 1830 und 1840 geschrieben hat. Leider ist bei diesen Gedichten nicht das Jahr angegeben, in dem sie geschrieben worden sind.
Die Information, daß man das "junge Deutschland" zwischen 1830 und 1840 ansiedelt, habe ich aus einem Lexikon. Ich persönlich würde diesen Zeitraum gerne etwas über 1840 ausdehnen. Bei den "schlesischen Webern"  bin ich mir nicht sicher, ob sie dazugehören.
Einige von den "Zeitgedichten" unter den "neuen Gedichten" würde ich zum jungen Deutschland rechnen.
Möglicherweise gibt es dazu noch andere Meinungen. In diesem Fall möchte ich die jenigen bitten, sich zu äußern!
Gruß
Gylman

Nachtrag:
Neue Gedichte  (Hoffmann & Campe) mit Neuer Frühling (1831), Verschiedene (1832-1839), Der Tannhäuser (1836), Romanzen (1839-1842), Zeitgedichte (1839-1844

 Re: Junges Deutschland 02.01.2004 (23:44) schabuwan
Hallo Gylman,

ich bin Martina schon in einem anderen Forum begegnet, wo sie dieselbe Frage stellte & ich antwortete, Heine gehöre eher mit seinen Prosaschriften aus jener Zeit zum 'Jungen Deutschland (übrigens nach Metzlers Literaturlexikon sogar etwa 1820-1850).

Weil ich weiß, dass es Unsinn ist, ein Werk nur wegen seines Entstehungsdatums einer bestimmten Epoche zuzuordnen, & weil das oben zitierte Lexikon Heine zwar als Autor von Prosaformen, aber nicht der Lyrik des J.D. (sondern Herwegh, Freiligrath, Hoffmann von Fallerseleben, Prutz & Weerth) nennt, möchte ich die unverschämte Frage in den Raum werfen, ob man denn überhaupt von einer J.D.-Lyrik Heines sprechen kann, oder ob seine Lyrik aus der jener Zeit nicht relativ unabhängig von dieser Bewegung ist.

Falls du eins oder mehrere Gedichte parat hast, die deiner Meinung nach _inhaltlich_ zum J.D. zählen, würde ich mich freuen, wenn du diese Zuordnung kurz begründen könntest.

Meine Unsicherheit entspringt aus der Tatsache, dass mir das J.D. als Epoche bisher fast gänzlich unbekannt war; ich hatte von ihm nur im Zusammenhang der Karlsbader Beschlüsse gelesen, welche die Schriften des J.D., was in diesen Beschlüssen überhaupt erst seinen Namen bekam, verboten wurden. Heine gehörte zu dem Kreis der verbotenen Autoren nur wegen seiner Prosaschriften, wie du sicherlich weißt. Wenn ich gleich noch eine Frage anschließen darf & diese nicht zu weit vom Thema dieses Forums ablenkt: Was unterscheidet denn überhaupt Vormärz vom J.D.? Ich wäre ja geneigt, alles in eine Suppe zu werfen.
Beste Grüße, Stefan
 Re: Junges Deutschland 03.01.2004 (16:35) Gylman
Hallo Stefan,
zunächst erstmal vielen Dank für Deine Reaktion in diesem Form und für die Beantwortung meiner Frage im etwas weniger aktiven Germanistenforum.
Nun zu Deinen Fragen:
Der Vormärz ist die Epoche der Deutschen Geschichte vom Wiener Kongress an (1815) bis zur Märzrevolution (1848). Unter dem "jungen Deutschland" verstehen einige Fachleute das literarische Schaffen einiger kritischer Intellektuelle, (zu denen auch Heine gehörte) zwischen 1830 und 1840. Ich selber möchte mich auf diesen Zeitraum nicht festlegen. Das ein großer Teil seiner Lyrik jener Epoche inhaltlich nicht zum jungen Deutschland passt ist schon klar. Möglicherweise kann man sein Gedicht "das Kind " dem jD zuordnen. (Inhaltlich auf jeden Fall! Zeitlich ?) Wir haben im Oktober letzten Jahres in diesem Forum über "das Kind" diskutiert.
Ich würd mich freuen, wenn Du in unserem Forum weiterhin aktiv bist.
Gruß
Gylman
 Re: Junges Deutschland 06.01.2004 (15:09) schabuwan
Hallo, Gylman,

wie bereits oben angedeutet, halte ich nichts von rein zeitlichen Einordnungen, denn sonst gehört auch Goethes Faust II zum JD. :D Darüber brauchen wir uns also gar nicht zu streiten, & es ist sicher auch heute noch möglich, ein Gedicht zu schreiben, was dem JD verpflichtet ist, obwohl das sicherlich wesentlich sinnloser wäre als z.B. heutzutage expressionistische Gedichte zu verfassen.
Diese zeitlichen Einteilungen benutzt man doch nur, um überhaupt irgendwie einen Überblick zu bekommen, über ein einzelnes Gedicht sagen sie fast gar nichts.
Naja, vielleicht könnte man mit der Epocheneinteilung argumentieren, wenn das Gedicht 1265 geschrieben worden wäre. ;)

Nun zu deiner Behauptung, dass das Gedicht 'Das Kind' _inhaltich_ zum JD passe: Mir ist ja gerade nicht klar, was das besondere Inhaltliche an JD-Schriften ist. Es muss ja etwas sein, was verschieden ist von dem, was man gemeinhin als Vormärzdichtung zu bezeichnen pflegt. Ansonsten hätte es überhaupt keinen Sinn, sich mit der Bezeichnung 'Junges Deutschland' überhaupt noch weiter herumzuquälen. Soweit ich weiß, zählen Heines journalistische Arbeiten (z.B. 'Briefe aus Frankreich') sicher dazu.
Was den Jungdeutschen gemeinsam war, ist nach dem von mir immer gerne zitierten lexikon von Metzler

"die grundsätzliche Ablehnung jegl. Dogmatismus (insbes. der moral. und gesellschaftl. Ordnung der Restauration), des Adels, der Verbindung von Kirche und Staat, das Eintreten für den franz. Liberalismus, für die republikan. Staatsordnung, für demokrat. verfassungsmäß. Freiheiten, insbes. die Presse- und Meinungsfreiheit, für staatl. Einheit, Weltbürgertum, die Emanzipation der Frau (und allgemein die 'des Fleisches'), die Propagierung sozialist. und kollektivist. Ideen im Gefolge des Saint-Simonismus. Im literar. Bereich verband sie die Forderung einer im aktuellen polit.-sozialen Leben, in der 'Zeit' stehenden Dichtkunst."
Diese Dichtkunst sollte "formal durch Gegenständlichkeit und Detailtreue, inhaltl. durch neue, polit.-gesellschaftl. relevante, realist. Stoffe und krit. Reflexion die Wirklichkeit in ihrer Widersprüchlichkeit" darstellen.

Bitte entschuldige das lange Lexikonzitat, was ich nicht als Beispiel für die generelle Unlesbarkeit von Lexikonartikeln hier herstelle, sondern um uns einen Maßstab zu geben, an dem Heine-Gedichte gemessen werden, die angeblich ins JD gehören. Ich würde weiterhin behaupten, dass es von Heine solche _Gedichte_ nicht gibt.

Gespannt auf deine Reaktion-
Stefan
 Re: Junges Deutschland 06.01.2004 (20:38) Gylman
Hallo Stefan,
die Gedichte Heines, die inhaltlich zum jungen Deutschland gehören, sich für mich jene, die sich kritisch mit den damaligen politischen Verhältnissen auseinandersetzten. " Das Kind" gehört dazu. Ich weise auf den Bolz hin, der auf den Aar (preußischer Adler, Symbol der Unterdrückung) abgeschossen wird.
Gruß
Gylman
 Re: Junges Deutschland 07.01.2004 (01:02) schabuwan
Hallo Gylman,

eben das war für mich der Grund, in diesem Gedicht eher ein Vormärzgedicht zu sehen, weil es ja reichlich revolutionär daherkommt. Von der detailgetreuen Darstellung der Wirklichkeit ist da aber nichts zu finden.
Aber meine Behauptung, es gebe keine JD-Gedichte von Heine, ist erstmal nicht mehr haltbar, nachdem Wolfgang unten einen ganzen Zyklus angeführt hat.
Ich würde natürlich lachen, wenn 'Das Kind' genau diesem Zyklus entstammt. ;)

Beste Grüße, Stefan
Hallo,
ich mache mal unter dem ersten Posting weiter, damit die Spalte für den Beitrag nicht zu eng wird ;-)

Zunächst möchte ich mal auf den Text zum Verbot der Schriften des »Jungen Deutschland« verweisen.
Sehr hilfreich finde ich auch den Lexikonartikel, den Stefan in seinem Posting zitiert.

Heine hatte, wie Stefan schon schrieb, vor allem aufgrund seiner Prosa das Vergnügen, dass er »beim Jungen Deutschland angestellt wurde« [Heine: Über die französische Bühne, Zweiter Brief]. Schon mit den Reisebildern begann die Geschichte der Verbote von Heines Schriften. Seine Gedichte hingegen wurden selbst von Metternich gerne gelesen. Ich muss an dieser Stelle aber Stefans ersten Beitrag korrigieren: Es war nicht in den Karlbader Beschlüssen, sondern erst 1835 (s.o.), dass die Schriften des »Jungen Deutschland« verboten wurden.

Die Übergänge zur Vormärz-Literatur sind wohl fließend und häufig wird Junges Deutschland/Vormärz auch zu einer Literaturepoche zusammengefasst; spontan würde ich sagen, dass die Vormärz-Dichtung revolutionärer ist, während das »Junge Deutschland« eher erzieherisch wirken wollte.
Ein weiterer Text zu den Literaturepochen findet sich unter http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/Heine/epoche.htm.

Gedichte, die zum »Jungen Deutschland« passen sind zuhauf im Zyklus »Verschiedene« (1832-1839), in »Neue Gedichte« zu finden. Dieser Zyklus wurde als sittlich anstößig betrachtet, sodass sie »alle Zucht und Sittlichkeit zu zerstören« (Zitat aus dem Bundestagsbeschluss) geeignet waren.
Wirklich politische Gedichte schrieb Heine ja erst relativ spät - er machte sich ja sogar im Atta Troll und in einigen Gedichten über die (häufig schlechte) Verquickung von Agitation und Lyrik und ihre Wirkung lustig.

An einen politischen Dichter

Du singst, wie einst Tyrtäus sang,
Von Heldenmut beseelet,
Doch hast du schlecht dein Publikum
Und deine Zeit gewählet.

Beifällig horchen sie dir zwar,
Und loben, schier begeistert:
Wie edel dein Gedankenflug,
Wie du die Form bemeistert.

Sie pflegen auch beim Glase Wein
Ein Vivat dir zu bringen
Und manchen Schlachtgesang von dir
Lautbrüllend nachzusingen.

Der Knecht singt gern ein Freiheitslied
Des Abends in der Schenke:
Das fördert die Verdauungskraft,
Und würzet die Getränke.

Letztlich schrieb aber auch Heine dann politische Lyrik, um den Stümpern mal zu zeigen, wie es auch kunstvoll geht.

Gruß
Wolfgang

Heinrich Heine - Leben, Leiden, Werk und Hintergrund

 Re: Junges Deutschland/Vormärz 07.01.2004 (00:59) Unbekannt
Ok, danke für das Machtwort. :)
'Sittlich anstößige' Lyrik würde ich auch zum Jungen Deutschland zählen. Ich werd mir in den nächsten Tagen mal diesen Zyklus vorknöpfen. Seltsamerweise kann man alles gelesen haben, erinnert sich dann aber doch nicht an das, was grade wichtig ist. Klar, die Karlsbader Beschlüsse hab ich natürlich mit dem Bundestagsbeschluss verwechselt. Das sagte ich ja schon an anderer Stelle, dass ich ne Geschichts-Null bin. Ich meld mich wieder, wenn ich ein paar von den Gedichten gelesen & versucht habe, mein neu erworbenes Wissen über das Junge Deutschland auf diese anzuwenden.

Beste Grüße, Stefan
Hallo Stefan,
> Ok, danke für das Machtwort. :)
War nicht als "Machtwort" gedacht - so viel Ahnung hab ich von Literaturwissenschaft nicht ;-)

> 'Sittlich anstößige' Lyrik würde ich auch zum Jungen
> Deutschland zählen. Ich werd mir in den nächsten Tagen
> mal diesen Zyklus vorknöpfen. Seltsamerweise kann man
> alles gelesen haben, erinnert sich dann aber doch nicht
> an das, was grade wichtig ist.
Wundere Dich nicht, wenn Du sie gar nicht so anstößig findest ...

Gruß
Wolfgang

Dies ist ein Beitrag aus dem Forum "Heinrich-Heine-Forum". Die Überschrift des Forums ist "Heine-Forum".
Komplette Diskussion aufklappen | Inhaltsverzeichnis Forum Heinrich-Heine-Forum | Forenübersicht | plaudern.de-Homepage

Kostenloses Forumhosting von plaudern.de. Dieses Forum im eigenen Design entführen. Impressum



Papier sparen durch druckoptimierte Webseiten. Wie es geht erfahren Sie unter www.baummord.de.