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 instrumentaliesierung der lyrik 01.03.2006 (16:40) Tina
Hallo
HAb in einem Artikel diesen Absatz gefunden und wäre dankbar wenn ihr mir dazu einige fragen beantworten könntet.
Was genau ist gemeint mit "als politisches instrument"?
Wieso Kritisierte heine diese art er hat  doch selbst in seinen prosatexten politische themen aufgegriffen?

Der Gebrauch der Lyrik als politisches Instrument, wie sie z.B. von Herwegh, Freiligrath und Fallersleben eingesetzt wurde, fand jedoch nicht bei allen Schriftstellern Zustimmung und führte zu heftigen Diskussionen. Eine besonders heftige Kritik und Distanzierung davon kam von Heinrich Heine, der an einer langen Wirkung politischer Lyrik zweifelte, da er die angewandten Techniken der politischen Lyriker auf die Realität nicht für angemessen hielt (Heine: An Georg Herwegh, 1841; An einen politischen Dichter, 1841; Die Tendenz, 1842)

Bis dann
 Re: instrumentaliesierung der lyrik 02.03.2006 (09:02) Tyler Durden
>
Puh....dafür gibt es leider keine Antwort in zwei Sätzen. Ich liefere Dir nur Ansatzpunkte, sozusagen Bruchstücke, die Zusammensetzung und intensive Auseinandersetzung mit der Thematik muss von Dir selbst erfolgen: also Geschichtsbücher lesen, Dich mit Herwegh, Fallersleben, (wahrscheinlich auch Börne) auseinandersetzen, sowie Heines Spottschriften, die Du eben schon genannt hast und insbesondere den Atta Troll, ,interpretieren. Wie schon der Vater von Effi Briest zu sagen pflegte, wenn er nicht weiter wußte, "das ist ein weites Feld"....
Heine kritisiert die Bewegung der Tendenzlyrik, die durch übergesteigertes Nationalgefühl und Frankophobie gekennzeichnet war. Dabei attestierte er den Dichter mangelndes dichterisches Können (insbesondere Fallersleben, der, wie Du weißt, unsere Nationalhymne geschrieben hat, verspottete Heine als "Dichtkunst, um Philister zu amüsieren,..., bei Bier und Tabak")
Die Tendenzlyriker hofften mit ihren Gedichten die Bevölkerung wachzurütteln, um eine Revolution in Deutschland herbeizuführen (wie in Frankreich). Nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie nicht Freiheit, Brüderlichkeit, Gleichheit forderten, sondern Einigkeit und Recht und FReiheit. Die unteren sozialen Schichten interessierten sie nicht besonders. Heine konnte mit diesem Nationalgefühl nichts anfangen. Er war freiheitlich- emanzipatorisch gesinnt, durchsetzt mit sozialistischen Zügen, er hatte kein Interesse an den Hegemonialbestrebungen der Dichter, bedeutete dies doch eine Zunhame der Macht Preussens.
Schon Büchner (er schrieb an Gutzkow, dass man die Ärmeren nur mitnehmen könne, wenn diese nichts mehr zu essen hätten) spottete darüber, dass Lyriker versuchten mittels Gedichte, die sowieso nur von Bürgerlichen gelesen wurden (außerdem hatten die Ärmeren erstens keinen Zugang zu den Gedichten und zweitens hatten sie auch kein Geld, um sich diese zu kaufen) die armen Massen zu mobilisieren (und diese nur als Mittel zum Zweck der Instrumentalisierung). Lies bitte Geschichtsbücher zur Märzrevolution: dort wirst Du sehen, dass eigentlich nur Arbeiter gestorben sind. Die feinen Literaten und Bürgerlichen standen allesamt in zweiter Reihe. Die Bürgerlichen trieben m.E. ein falsches Spiel mit den Armen und Arbeitern.
Interessant und sehr amüsant zu lesen ist der Atta Troll bezüglich dieses Thema
Gruß
Tyler

Hallo
> HAb in einem Artikel diesen Absatz gefunden und wäre
> dankbar wenn ihr mir dazu einige fragen beantworten
> könntet.
> Was genau ist gemeint mit "als politisches instrument"?
> Wieso Kritisierte heine diese art er hat doch selbst in
> seinen prosatexten politische themen aufgegriffen?
>
> Der Gebrauch der Lyrik als politisches Instrument, wie
> sie z.B. von Herwegh, Freiligrath und Fallersleben
> eingesetzt wurde, fand jedoch nicht bei allen
> Schriftstellern Zustimmung und führte zu heftigen
> Diskussionen. Eine besonders heftige Kritik und
> Distanzierung davon kam von Heinrich Heine, der an einer
> langen Wirkung politischer Lyrik zweifelte, da er die
> angewandten Techniken der politischen Lyriker auf die
> Realität nicht für angemessen hielt (Heine: An Georg
> Herwegh, 1841; An einen politischen Dichter, 1841; Die
> Tendenz, 1842)
>
> Bis dann

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