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"Die Fabel vom fliegenden Holländer aus den Memoiren der Herrn von Schnabelewopski" von Heinrich Heine

Die Fabel von dem fliegenden Holländer ist euch gewiss bekannt. Es ist die Geschichte von dem verwünschten Schiffe, das nie in den Hafen gelangen kann, und jetzt schon seit undenklicher Zeit auf dem Meere herumfährt. Begegnet es einem anderen Fahrzeuge, so kommen einige von der unheimlichen Mannschaft in einem Boote herangefahren, und bitten, ein Packet Briefe gefälligst mitzunehmen. Diese Briefe muss man den Mastbaum festnageln, sonst widerfährt dem Schiffe ein Unglück, besonders wenn keine Bibel an Bord oder kein Hufeisen am Fockmaste befindlich ist. Die Briefe sind immer an Menschen adressiert, die man gar nicht kennt, oder die längst verstorben, so dass zuweilen der späte Enkel einen Liebesbrief in Empfang nimmt, der an seine Urgroßmutter gerichtet ist, die schon seit hundert Jahren im Grabe liegt. Jenes hölzerne Gespenst, jenes grauenhafte Schiff, führt seinen Namen von seinem Kapitän, einem Holländer, der einst bei allen Teufeln geschworen, dass er irgend ein Vorgebirge, dessen Namen mir entfallen, trotz des heftigen Sturms, der eben wehte, umschiffen wolle, und sollte er auch bis zum jüngsten Tage segeln müssen. Der Teufel hat ihn beim Wort gefasst, er muss bis zum jüngsten Tage auf dem Meere herumirren, es sei denn, dass er durch die Treue eines Weibes erlöst werde. Der Teufel, dumm wie er ist, glaubt nicht an Weibertreue, und erlaubte daher dem verwünschten Kapitän, alle sieben Jahre einmal ans Land zu steigen und zu heiraten, und bei dieser Gelegenheit seine Erlösung zu betreiben. Armer Holländer! Er ist oft froh genug, von der Ehe selbst wieder erlöst und seine Erlöserin los zu werden, und er begibt sich dann wieder an Bord.

Ich bin gerade dabei ein Referat über dieses, mir unbekannte Stück, zu erarbeiten.
Bisher habe ich jede Menge Informationen zu der Legende bzw. der Sage des fliegenden Holländer gesammelt.
Leider finde ich keinerlei Material zu den Memoiren des Herrn von Schnabelewopski von Heinrich Heine.
Ein Teil meiner Aufgabe stellt dar, dass ich diese "Fabel" interpretieren soll. Leider werwirrt mich schon der Gedanke an eine Fabel, da es sich auf keinen Fall um eine Fabel handeln kann! Die typischen Merkmale einer Fabel werden überhaupt nicht erfüllt. Da stellt sich mir die Frage, um was für ein Textgenre es sich eigentlich handelt!? Geschichte, Erzählung?....ich weiß es nicht!
Ich finde auch, dass dieses Stück keinerlei zu den vielen anderen Gedichten etc. Heinrich Heines passt, der Stil ist völlig anders....
Die Oper von Richard Wagner über den fliegenden Hölländer ist mir gewiss bekannt, aber leider nichts über die Memoiren des Herrn von Schnabelewopski.
Meiner Meinung nach, erzählt Heinrich Heine nur die Legende nach!

Ich würde mich sehr freuen, wenn du vielleicht Informationen über dieses eigenartige Stück von Heinrich Heine hast!
Es ist mir wirklich sehr wichtig!

Schon im voraus, vielen Dank für deine Hilfe!

Liebe Grüße Franzi
Hallo Franzi,
folgende Information zu dem Erzählfragment »Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski« von Heinrich Heine habe ich in Klaus Brieglebs Werk "Bei den Wassern Babels" gefunden:

Jetzt, mit den Augen Schnabelewopskis, werden die versachlichten Beziehungen der Hamburger um eine weitere literarische Stufe potenziert: physiognomisch chiffriert, in ein Zahlenspiel verrückt und in dessen allegorischem Sinn stillgestellt, eingefroren. - Gerade eine solche Beendigung aber verrät starke Affekte in Beziehung auf Geschichte: verkapselte Erinnerung. Heine-Schnabelewopski überspielt dergestalt die reale Erfahrungsgeschichte eines jungen Fremden in Hamburg.

Gruß
Gylman
Also hat dieses Werk eine direkt Verbindung zu Heines Leben? Habe ich das richtig verstanden!
Ich weiß, dass seine Jugendliebe seine Kusine war, doch diese Liebe scheiterte.
Ich vermute, dass Heine auch in seinen späteren Jahren dieser Liebe nachtrauerte und seine Kusine vielleicht für das Zerbrechen der Beziehung verantwortlich macht....
"Sie besingen eine schöne und liebliche, zugleich aber todbringende Wundermaid, hinter der sich die Gestalt der molligen Hamburger Kusine Amalie verbirgt: ´Sie war liebenswürdig und Er liebte Sie; Er war aber nicht liebenswürdig und Sie liebte Ihn nicht.`"
Vielleicht verachtet er die Frauen durch diese negative Erfahrung und glaubt weniger an "das Gute in der Frau"!?
Ich habe mir auch schon die Frage gestellt, ob er eventuell homosexuell war!? Aber die weiteren Beziehungen zu Frauen widerlegen das...

Danke für den Beitrag!!!

Liebe Grüße Franzo
Hallo Franzi,
Du hast es ist richtig verstanden, dieses Werk hat eine Verbindung zu seinem Leben. Es stimmt, dass Heine in seinen späteren Jahren dieser Liebe noch nachtrauerte, eine unglücklicher Liebe, die er nicht loslassen konnte oder wollte. Diese unerfüllte Liebe war für ihn auch eine Quelle der Inspiration. Sein Freund, der Dichter  Gerad de Nerval sagte später: "Was ich zuerst ahnte, gestand Heine mir später selbst, nachdem er auch mich näher kennen gelernt  hatte. Wir litten beide an einer und derselben Krankheit: wir sangen beide die Hoffnungslosigkeit einer Jugendliebe tot. Wir singen noch immer und sie stirbt doch nicht! Eine hoffnungslose Jugendliebe schlummert noch immer im Herzen des Dichters"

viele Grüße
Gylman

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