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 Hilfe bei gedichtsuche 02.05.2007 (19:49) iwishname
Hallo,  ich und meine banknachbarin sollen ein gedichtvortrag halten,
über gedichte Heines die etwas mit düsseldorf zu tun haben,
jedoch finden wir keine. Wir brauchen zwei stück,
ich wäre um jede Hilfe dankbar die uns unserem ziel näher führen... bitte um antwort
mfg
 Re: Hilfe bei gedichtsuche 04.05.2007 (08:31) Gylman
Hallo,
es gibt nur ein einziges Gedicht von Heine mit dem Wort Düsseldorf. Heine: Romanzero " Schelm von Bergen"
Gruß
Gylman

Schelm von Bergen
    Im Schloß zu Düsseldorf am Rhein
    Wird Mummenschanz gehalten;
    Da flimmern die Kerzen, da rauscht die Musik,
    Da tanzen die bunten Gestalten.
    Da tanzt die schöne Herzogin,
    Sie lacht laut auf beständig;
    Ihr Tänzer ist ein schlanker Fant,
    Gar höfisch und behendig.
    Er trägt eine Maske von schwarzem Samt,
    Daraus gar freudig blicket
    Ein Auge, wie ein blanker Dolch,
    Halb aus der Scheide gezücket.
    Es jubelt die Fastnachtsgeckenschar,
    Wenn jene vorüberwalzen.
    Der Drickes und die Marizzebill
    Grüßen mit Schnarren und Schnalzen.
    Und die Trompeten schmettern drein,
    Der närrische Brummbaß brummet,
    Bis endlich der Tanz ein Ende nimmt
    Und die Musik verstummet.
    »Durchlauchtigste Frau, gebt Urlaub mir,
    Ich muß nach Hause gehen -«
    Die Herzogin lacht: »Ich laß dich nicht fort,
    Bevor ich dein Antlitz gesehen.«
    »Durchlauchtigste Frau, gebt Urlaub mir,
    Mein Anblick bringt Schrecken und Grauen -«
    Die Herzogin lacht: »Ich fürchte mich nicht,
    Ich will dein Antlitz schauen.«
    »Durchlauchtigste Frau, gebt Urlaub mir,
    Der Nacht und dem Tode gehör ich -«
    Die Herzogin lacht: »Ich lasse dich nicht,
    Dein Antlitz zu schauen begehr ich.«
    Wohl sträubt sich der Mann mit finsterm Wort,
    Das Weib nicht zähmen kunnt er;
    Sie riß zuletzt ihm mit Gewalt
    Die Maske vom Antlitz herunter.
    »Das ist der Scharfrichter von Bergen!« so schreit
    Entsetzt die Menge im Saale
    Und weichet scheusam - die Herzogin
    Stürzt fort zu ihrem Gemahle.
    Der Herzog ist klug, er tilgte die Schmach
    Der Gattin auf der Stelle.
    Er zog sein blankes Schwert und sprach:
    »Knie vor mir nieder, Geselle!
    Mit diesem Schwertschlag mach ich dich
    Jetzt ehrlich und ritterzünftig,
    Und weil du ein Schelm, so nenne dich
    Herr Schelm von Bergen künftig.«
    So ward der Henker ein Edelmann
    Und Ahnherr der Schelme von Bergen.
    Ein stolzes Geschlecht! es blühte am Rhein.
    Jetzt schläft es in steinernen Särgen.
danke für die hilfe ich hoffe das gedicht können wir nehmen, schade ich hätt gedacht heine hat mehr gedichte geschrieben über seine heimatstadt, auch wenn das wort düsseldorf nie richtig erwähnt wir hätt ich gedacht er beschreibt sie in manchen texten...
Hallo zusammen!
Auch wenn "Düsseldorf" nicht drin vorkommt, spielt das folgende Gedicht aus dem "Romanzero" dortselbst:

Erinnerung (Lazarus VI)


Dem einen die Perle, dem andern die Truhe,
O Wilhelm Wisetzki, du starbest so fruhe -
Doch die Katze, die Katz' ist gerettet.

Der Balken brach, worauf er geklommen,
Da ist er im Wasser umgekommen -
Doch die Katze, die Katz' ist gerettet.

Wir folgten der Leiche, dem lieblichen Knaben,
Sie haben ihn unter Maiblumen begraben -
Doch die Katze, die Katz' ist gerettet.

Bist klug gewesen, du bist entronnen
Den Stürmen, hast früh ein Obdach gewonnen -
Doch die Katze, die Katz' ist gerettet.

Bist früh entronnen, bist klug gewesen,
Noch eh' du erkranktest, bist du genesen -
Doch die Katze, die Katz' ist gerettet.

Seit langen Jahren, wie oft, o Kleiner,
Mit Neid und Wehmut gedenk ich deiner -
Doch die Katze, die Katz' ist gerettet.

Heine reflektiert da ein Erlebnis aus seiner Schulzeit. In den "Noten" zum "Romanzero", in denen Heine einige der Gedichte erläutert, zitiert er sich selbst:

III. Erinnerung
»Auch der kleine Wilhelm liegt dort (auf dem Kirchhofe), und daran bin ich schuld. Wir waren Schulkameraden im Franziskanerkloster (zu Düsseldorf) und spielten auf jener Seite desselben, wo zwischen steinernen Mauern die Düssel fließt, und ich sagte: 'Wilhelm, hol doch das Kätzchen, das eben hineingefallen' - und lustig stieg er hinab auf das Brett, das über dem Bach lag, riß das Kätzchen aus dem Wasser, fiel aber selbst hinein, und als man ihn herauszog, war er naß und tot. - Das Kätzchen hat noch lange Zeit gelebt.«

Heinrich Heine, Ideen. Das Buch Le Grand

Vgl. den Heine-Stadtrundgang unter http://www.duesseldorf.de/thema2/spezial/heine_spuren/index.shtml:

"Im noch heute bestehenden Franziskanerkloster an der Citadellstraße / Ecke Schulstraße war das Lyzeum, das Harry von 1807 bis 1814 - als mäßiger Schüler - besuchte. In der Nähe erlebte er, wie sein Schulfreund Wilhelm ertrank, als er eine Katze aus der kanalisierten Düssel zu retten suchte. Harrys liebster Spielplatz war der Hofgarten, wo er Vogelnester und Käfer suchte, den Namen seiner kleinen Freundin Veronika in eine Bank schnitzte und 1811 den Einzug des Kaisers Napoleon beoachtete."

Viel Spaß beim Vortragen!
Robert

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