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 Heines Zuckererbsen 05.03.2003 (16:33) Sofie
Hallo!

Ich bin eine Studentin Deutsch aus Belgien und für meine Diplomarbeit schreibe ich ein Werk über Bernhard Schlink.  In seinem Roman 'Liebesfluchten' gibt es einen Kapitel 'Zuckererbsen'.  Ich habe schon entdeckt, dass es sich hier um einen Begriff aus 'Deutschland. Ein Wintermärchen' von Heinrich Heine handelt:

"Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder."

Jetzt möchte ich wissen, ob es stimmt, dass Heine in diesen Zeilen den Sozialismus verteidigt?  Das habe ich schon irgendwo gefunden, aber ich möchte gern - es handelt sich ja um meine Diplomarbeit - diese Äusserung bestätigt sehen.

Mit freundlichen Grüssen,
Sofie

 Re: Heines Zuckererbsen 05.03.2003 (18:31) Gylman
Hallo Sophie,
Dieser Vers befindet sich wie Du schon sagst im Wintermärchen (Caput 1). Ich würde Dir unbedingt empfehlen das ganze Kapitel zu lesen, denn der genannte Vers sagt für sich genommen sehr wenig. In den vorherigen Versen ist von einem Entsagungslied (Vertröstung aufs Jenseits) die Rede: "Womit man einlullt, wenn es greint, das Volk, den großen Lümmel" Im nächsten Vers heißt es dann:" Ich kenn auch die Herren Verfasser; ich weiß sie tranken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser" In den folgenden Versen, wie auch in Deinem, fordert Heinrich Heine ein glückliches Erdenleben für Alle und weist die Vertröstung aufs Jenseits zurück. Man kann in diesen Versen auch ein Eintreten für den Sozialismus sehen. Ich denke aber, Heine war eher Individualist als Sozialist.
Gruß
Gylman
 Re: Heines Zuckererbsen 07.03.2003 (19:56) adilos
Hallo Sophie und Gylman
Nicht  vergessen , dass Heine die Bekanntschaft mit Karl
Marx gemacht hat .Vermutlicherweise hat Max auf ihn einen
grossen und tiefen Einfluss geübt,deswegen vermute ich ,dass
Heine auch eine Sympathie für  Sozialismus hatte.
Gruss
adilos
Hallo Adilos und Vorredner,
ähnliche Aussagen, wie "Zuckererbsen für jedermann" und andere vom Saint-Simonismus beeinflusste Gedanken finden sich aber auch schon in Schriften Heines, die er vor seiner Bekanntschaft mit Marx schrieb.
Marx war sicherlich ein kluger Kopf, aber es ist für mich kaum vorstellbar, dass ein mitte-vierzigjähriger (Heine) von dem 20 Jahre jüngeren Marx (geb. 1818) so sehr beeinflusst worden sein sollte. Der Einfluss kann durchaus auch umgekehrt gewesen sein.

In diesem Zusammenhang ist vielleicht noch ein älterer Thread aus diesem Forum interessant: Beitrag 121

Gruß
Wolfgang

Heinrich Heine - Leben, Leiden, Werk und Hintergrund

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