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 Heine-Forum
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 Heine-Zitat 24.06.2007 (12:31) Wilfried Egerland
Sehr geehrte Damen und Herren,

können Sie mir sagen, wo das Heine-Ziat steht:

"Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen, wir müssen ihn erforschen um zu wissen, was der morgige will." ?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen

Wilfried Egerland
 Re: Heine-Zitat 14.08.2007 (17:08) Unbekannt
Hallo Herr Egerland

Das Zitat stammt höchst wahrscheinlich aus Heines "Französischen Zuständen" Artikel VI. Heines Korrespondentenberichte, die er ab 1831 für die Augsburger Allgemeine Zeitung aus dem Pariser Exil verfasste und wenige Jahre später unter dem Titel "Französische Zustände" gesammelt publizierte, waren in Buchform kein großer finanzieller Erfolg und wurden daher bis heute leider kaum neu aufgelegt. In Werkausgaben sollte der Text aber zu finden sein. Solche Ausgaben gibt es ja auch Online.

An besagter Stelle zieht Heine einen Vergleich zwischen der französischen Julirevolution 1830 und der großen Französischen Revolution von 1789. Erklärungen für die Ereignisse um 1830 versucht Heine aus der Vergangenheit, bzw. der philosophischen/politischen Entwicklung, abzuleiten. Es ist eine wichtige Stelle in Heines Werk, um seine politische Einstellung zu erkunden. Von Hegels Lehre beeinflusst zieht Heine eine durchgehende Linie von der Reformation, über die Aufklärung zur französischer Revolution. Der Weltgeist habe sich verändert (=das absolutistisches System sei untragbar geworden) und deshalb die Französische Revolution unumgänglich und heilsam geworden, um die politische Situation diesem veränderten Geist anzupassen. Warum sich der Weltgeist verändert hat, könne man am "gestrigen Tag", an der Vergangenheit erkunden.

Laut Digitaler Werkausgabe lautet das Zitat korrekt:
"Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen. Was dieser gewollt hat, müssen wir erforschen, wenn wir
zu wissen wünschen, was jener will."
[Werke: Französische Zustände. Heine: Werke, S. 3629 (vgl. Heine-WuB Bd. 4, S. 448)]


Ich hoffe Ihnen weiter geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Sachseneder

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