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 Bitte um Hilfe 06.09.2002 (14:04) Veit
Hallo,
ich suche den Namen desWerkes, in dem folgende Zeilen enthalten sind : "Denk ich an Deutschalnd in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht.....", "..D. mit seinen Eichen, seinen Linden, werd ich wohl nie mehr wieder finden.."
Wer kann helfen ?
Vielen Dank im Voraus.
veit


 Nachtgedanken 06.09.2002 (17:53) Wolfgang Fricke
Denk ich an Deutschland in der Nacht ...
Hallo Veit,
die Zeilen stammen aus dem Gedichtband "Neue Gedichte", der zusammen mit "Deutschland. Ein Wintermärchen" erschien. Diese beiden Werke wurden zusammengefaßt, um einen Umfang zu erreichen, der es erlaubte, die Vorzensur zu umgehen. Beide Werke erschienen danach seperat.
Das Gedicht heißt "Nachtgedanken".

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Nachtgedanken

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

Mein Sehnen und Verlangen wächst.
Die alte Frau hat mich behext,
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!

Die alte Frau hat mich so lieb,
Und in den Briefen, die sie schrieb,
Seh ich, wie ihre Hand gezittert,
Wie tief das Mutterherz erschüttert.

Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
Zwölf Jahre flossen hin,
Zwölf lange Jahre sind verflossen,
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.

Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land,
Mit seinen Eichen, seinen Linden
Werd ich es immer wiederfinden.

Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann sterben.

Seit ich das Land verlassen hab,
So viele sanken dort ins Grab,
Die ich geliebt - wenn ich sie zähle,
So will verbluten meine Seele.

Und zählen muß ich - Mit der Zahl
Schwillt immer höher meine Qual,
Mir ist, als wälzten sich die Leichen
Auf meine Brust - Gottlob! Sie weichen!

Gottlob! Durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,
Und lächelt fort die deutschen Sorgen.

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Gruß
Wolfgang

Heinrich Heine - Leben, Leiden, Werk und Hintergrund


 Re: Nachtgedanken 09.09.2002 (14:01) Veit
Wolfgang,
vielen Dank. Ihre antwort war eine Riesenhilfe, und die Disskusion mit meinen Kollegen über den Zusammenhang dieser Zeilen, und dem "wintermärchen" ist nun wohl beendet.
Danke !!
Grüsse Veit

Dies ist ein Beitrag aus dem Forum "Heinrich-Heine-Forum". Die Überschrift des Forums ist "Heine-Forum".
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