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 "Zur Beruhigung" 13.12.2003 (14:33) Kira
Hallo!
Ich benötige bei der Anlalyse des Heine Textes "Zur Beruhigung" Hilfe. Mir sind die politischen Hintergründe des Gedichts nicht klar und inwiefern sie den Text beeinflussen.
Es wäre klasse, wenn mir jemand Aufschluss geben könnte.
Viele Grüße
 Re: "Zur Beruhigung" 13.12.2003 (16:47) gylman
Hallo Kira,
In einem Beitrag vom 11.12 habe ich mich zu diesem Thema geäußert.
Gruß
Gylman
 Re: "Zur Beruhigung" 14.12.2003 (13:23) kira
Ja, den beitrag hatte ich schon gelesen. Aber trotzdem verstehe ich nicht, wie sich die polit. Situation um 1844 (Agrarkrise, schlesische Weberaustände) auf das Gedicht auswirken. Oder gibt es da gar keinen Zusammenhang?
Und was genau ist mit dem Vers "und er braucht nicht zu fürchten die Iden des Märzen" (6- Strophe) gemeint?
Meine Deutung für den gesamten Text wäre folgende:
Die deutschen sind nicht so tapfer und risikobereit wie die Römer und somit lassen sie naiv und ignorant die Unterdrückung und Zensur über sich ergehen. Sie kümmern sich wie die Kinder nur um ihre persöhnlichen, unwichtigen Problemchen (essen etc.)
Doch wie setzt Heine in diesem Gedicht die die Wirkung der Satire ein??? - Als Waffe?
Grüße Kira
 Re: "Zur Beruhigung" 14.12.2003 (15:29) Gylman
Hallo Kira,
ich erkenne in diesem Gedicht keinen Bezug zu den politischen Ereignissen des Jahres 1844. Mit den "Ideen des Märzen" meint Heine die Idee zur Revolution.
Mit Deiner Deutung liegst Du richtig!
Die Satire soll folgendes bewirken: In dem er das Volk (Wir sind Germanen, gemütlich und brav...) veralbert, will er ihm einen Spiegel vorhalten, damit es sich selbst erkennt und etwas für seine Freiheit tut.
Dieses Forum hat eine Suchfunktion, auf die ich Dich hinweisen möchte:
In der Inhaltsseite unten, wenn Du dort "zur Beruhigung " eingibst findest du interessante Artikel zum Thema.
Gruß
Gylman
 Re: "Zur Beruhigung" 15.12.2003 (20:53) kira
Hallo Gylman!
Vielen lieben Dank für deine Hilfe.
Bis bald
kira :)

 "Iden des Märzen" 16.12.2003 (09:41) Robert
Liebe Kira,
lieber Gylman,

nur zur Richtigstellung: Es heißt tatsächliche "Iden des Märzen", nicht "Ideen". Im römischen Kalender sind die Iden der 13. bis 15. Tag eines Monats, und am 15. März 44 v. Chr. (also: in den Iden des Märzen!!!) wurde der Tyrann Caeser von dem Demokraten Brutus (um hier einmal Heines Deutung des Vorgangs aufzunehmen)ermordet. Was Heine hier also noch einmal sagt (wie im ganzen Gedicht), ist, daß die deutschen Fürsten vor Ihren Untertanen keine Furcht haben müssen, weil sie viel zu bequem zu Tyrannenmord und Revolution sind (was natürlich die ironisch verklausulierte Aufforderung zu selbigem ist!).
Zur Lesart "Ideen des Märzen": Es wäre schon ziemlich erstaunlich, wenn Heine 1843 oder 1844 schon wüßte, das die Revolution ausgerechnet im März 1848 ausbricht - d.h. er hatte natürlich keine Ahnung, daß er ein Vor-"März"-Gedicht schreibt.
Übrigens sehe ich auch keinen konkreten Bezug auf die Zeitsituation 1843 oder 1844 - alle Hinweise auf Vorlieben, Speisen und Charakter der "Germanen" sind so allgemein, daß sie für die gesamte Restaurationsepoche gültig wären. Gerade von dieser Spannung zwischen den zeitlos-harmlos-leckeren Pfefferkuchen, Bratwürsten etc. und der politischen Unterdrückungssituation lebt ja das Gedicht!
Gruß Euch beiden!
Robert
 Re: "Iden des Märzen" 16.12.2003 (10:51) gylman
Hallo Robert,
das mit den "Ideen des Märzen" kam mir schon etwas merkwürdig vor. Die Märzrevolution, fand ja erst 1848 statt. Ich dachte schon, Heine hätte dieses Gedicht nach 1848 geschrieben, sicher war ich mir aber nicht. Ich bedanke mich für die Richtigstellung!
Gruß
Gylman

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